Dossier: Interview

«Wir sind gleichzeitig Vorreiter und Nachzügler»

Wie hat der Tourismus die Entwicklung des Veloverkehrs in der Schweiz vorangetrieben? Die Antwort von Lukas Stadtherr, von SchweizMobile

Bild: SchweizMobil

 

Lukas Stadtherr, Leiter Partnerschaften bei SchweizMobil, geht auf die Rolle des Tourismus beim Aufschwung des Velos in der Schweiz ein. Er relativiert die Vorstellung eines einzigen Ziels: Das Projekt «Solothurner Radwanderwege» (1986) diente vor allem dazu, einen Ansatz zu erproben, der später auf nationaler Ebene verallgemeinert wurde – zunächst mit «Veloland» (1998), dann mit SchweizMobil (2008), das mittlerweile Wandern, Velofahren, Mountainbiken, Inlineskaten und Kanufahren vereint.

Auf internationaler Ebene zeichnet sich die Schweiz durch die Koordination zwischen verschiedenen Mobilitätsarten aus – ein Punkt, der sogar von Ländern wie den Niederlanden oder Dänemark gelobt wird. Hingegen hinkt sie in Sachen Infrastruktur hinterher, da sie allzu oft «klein» statt strategisch denkt.

Lukas Stadtherr betont die notwendige Komplementarität zwischen Alltagsnetzen und Freizeitnetzen anstelle eines fruchtlosen Wettbewerbs und hebt die wachsende Bedeutung von Gravel- und E-Bikes hervor, die den Nutzerkreis erweitern. Schliesslich fordert er mehr politischen Ehrgeiz und Mut für die Zukunft des Velo-Verkehrs in der Schweiz.

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