Dossier

Velotourismus: Rückenwind für die Veloförderung

In der Region Lugano (TI) bietet die 22,3 km lange Strecke «Monte Bar Bike» spektakuläre Ausblicke. Foto: Schweiz Tourismus, Lorenz Richard

 

Der Tourismus, seit jeher ein Motor für die Entwicklung des Velos – und umgekehrt: Das ist der rote Faden des Dossiers im neuen Pro Velo-Magazin.

In mehreren Ländern, darunter auch in der Schweiz, war das touristische Potenzial ein starker Hebel für die Anlage der Velonetze. Thomas Fries, Experte für Velotourismus, sieht darin einen positiven Kreislauf: «Das Velo ist ein Innovationsmotor für den Tourismus und die lokale Infrastruktur.» Schweiz Tourismus setzt seinerseits auf die Attraktivität des Landes als Veloreiseziel, insbesondere über das Label Swiss Bike Hotels für Unterkünfte.

Nach Angaben des Bundesamtes für Strassen wurden im Jahr 2021 durch in- und ausländische Velotouristen rund 3 Milliarden Franken Umsatz generiert, bei etwa 115 000 ausländischen Besucher:innen pro Jahr. Auf europäischer Ebene gilt der Velotourismus seit März 2026 als «strategischer Sektor».

In dem Dossier blickt Lukas Stadtherr, Leiter Partnerschaften bei SchweizMobil, auf die Geschichte des nationalen Netzes zurück, das 1998 mit «Veloland» ins Leben gerufen und 2008 erweitert wurde. Er betont, dass die Schweiz bei der Koordination der verschiedenen Mobilitätsformen hervorragende Arbeit leistet, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern jedoch in puncto Infrastruktur noch Nachholbedarf hat.

Der Bericht zieht zudem eine Bilanz in Zahlen: Das EuroVelo-Netz verzeichnete im Jahr 2025 108 Millionen Nutzer (ein Plus von 4 % gegenüber dem Vorjahr), und 31 % der Europäer wohnen weniger als 5 km von einer der 17 Routen entfernt.

Bleibt das Wesentliche: die Dienstleistungen. In Europa nennen 54 % der Reiseveranstalter die Unterkünfte als unzureichend, um den Velotourismus weiter voranzutreiben. In Deutschland organisieren 91 % der Radtouristen ihre Reise selbst.

Schliesslich zeigt ein rückblickender Überblick über Europa unterschiedliche Entwicklungen: In Deutschland und Österreich gingen die grossen touristischen Velorouten der politischen Anerkennung des Velos im Alltag lange voraus, während es in den Niederlanden und in Dänemark umgekehrt war.

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