Dossier

Das Lastenvelo erobert die Herzen – und die Strassen – der Schweiz

Sie sind heute auf Schweizer Strassen allgegenwärtig und ermöglichen es Eltern, ihre Kinder zur Schule zu bringen. Auch die Transportlogistik mit dem Velo gewinnt zunehmend an Bedeutung. Doch diese Errungenschaften sind in Gefahr.

Une femme transporte des enfants dans un vélo cargo sur fond de muraille peinte

Ob mit zwei oder drei Rädern, mit Kisten oder verlängerten Gepäckträgern vorne oder hinten: Lastenvelos etablieren sich zunehmend als Lösung für Personen- oder Gütertransporte. In der Schweiz sind die Verkaufszahlen der Cargobikes laut Angaben des Dachverbands Velosuisse zwischen 2017 und Ende 2024 mit insgesamt mehr als 23 000 verkauften Einheiten um 1222,8 Prozent «durch die Decke geschossen» während das gesamte Wachstum des Velomarkts lediglich 21,7 Prozent  betrug. Fast neun von zehn Modellen sind mit einem Elektromotor ausgestattet, was diese Verkaufszahlen ebenfalls erklärt.

Nebst den in einigen Städten gewährten Kaufzuschüssen sind es die Vorteile des Lastenvelos, die viele Familien und Unternehmen überzeugen (Seite 10). Eine Studie der OUVEMA verdeutlicht dies mit den Auswirkungen der Lastenvelos auf die Autonutzung:  31,2 Prozent der Personen, die ein Lastenvelo fahren, haben ihr Auto verkauft, 30,9 Prozent verzichten auf den Kauf eines Autos, und 26 Prozent  haben ihr ÖV-Abonnement gekündigt. Das Ergebnis: Das Gesamtvolumen der Velofahrten steigt. Thomas Dagonnier, Mitglied von Pro Velo Genf, veranschaulicht diesen Wandel: «Mit dem Cargobike brauche ich 25 Minuten, um mein Kind in die Kita zu bringen und ins Büro zu fahren. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sind es 1,5 Stunden.»

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