Regionen

Lust machen statt belehren

Unterwegs mit Blick zurück zum «Sous la Neuvevie» Bauernhof bei Saignelégier. Bild: Schweiz Tourismus / André Meier



2009 gegründet, gehört Pro Velo Jura zu den jüngsten Regionalverbänden von Pro Velo. Der Verein setzt auf Pragmatismus statt Konfrontation. «Vor 20 Jahren war die Affinität zum Alltagsvelo im Jura kaum vorhanden», erinnert sich Präsident Claude-Alain Baume. Erst heute würden Staus und Parkplatzsuche für Autofahrende spürbar.

Einsprache erhebt der Verein gezielt, wenn sie möglichst vielen nützt. So hatte er Erfolg gegen ein Freizeitzentrum in Delsberg, das zu wenige Veloabstellplätze vorsah. Seine Legitimität schöpft er aus dem regelmässigen Austausch mit den Behörden. Den Moralapostel zu spielen, bringe im Jura wenig.

Stattdessen will Pro Velo Jura Lust aufs Velo machen, mit Tagestouren und mehrtägigen Ausfahrten. Wer einmal 60 Kilometer gefahren ist, traut sich auch den Arbeitsweg zu. Während des Lockdowns entstanden regionale Routen, darunter eine, auf der sich vor Ort gefilmte Sagen und Legenden abrufen lassen. Zwei Onlinerechner zeigen, was der Umstieg bringt. Der Simulator beziffert Kalorien, CO₂, Zeit und Kosten, wenn Autokilometer durch Velokilometer ersetzt werden. Ein zweiter Rechner hilft, die Mobilität eines ganzen Haushalts neu zu planen.

Bei der Infrastruktur plädiert Baume für Realismus. Wo getrennte Velowege nicht möglich sind, sichern markierte Velospuren den Velofahrenden zumindest ihren Platz auf der Strasse.

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