Kombinierte Mobilität
Eine Mobilität, die öffentliche Verkehrsmittel und das Velo kombiniert, ist nachhaltig, ermöglicht das Zurücklegen grosser Entfernungen und trägt zur Verbesserung der Lebensqualität bei. Damit sie attraktiv ist, müssen jedoch der Wechsel zwischen den Verkehrsmitteln und das Verladen von Velos effizient sein. Pro Velo betreibt Lobbyarbeit bei politischen Behörden auf nationaler, kantonaler und kommunaler Ebene sowie bei Transportunternehmen, um eine für Velofahrende geeignete Infrastruktur an Bahnhöfen und geeignetes Rollmaterial zu erreichen.
Es gibt zahlreiche Einrichtungen, die die Kombination von Velo und öffentlichen Verkehrsmitteln erleichtern können: am Bahnhof und beim Rollmaterial.






Intermodalität
Intermodalität ist ein Konzept, das es erlaubt, während einer Reise von A nach B von einem Verkehrsmittel auf ein anderes umzusteigen. Damit Intermodalität eine sinnvolle Alternative zum Auto darstellt, müssen die verschiedenen Verkehrsmittel (zu Fuss, mit dem Velo, dem Tram, dem Zug oder dem Bus) effizient miteinander verknüpft sein. In der Schweiz ist das Potenzial für Intermodalität zwischen Velo und Bahn gross, da 96,8 % der Menschen weniger als fünf Kilometer von einem Bahnhof entfernt wohnen. Dennoch fahren laut SBB im Jahr 2025 nur 12 % der Nutzerinnen und Nutzer mit dem Velo zum Bahnhof.
Um diesen Anteil zu erhöhen, fordert Pro Velo konkrete Massnahmen zur Verbesserung der Veloinfrastruktur an Bahnhöfen sowie höhere Investitionen des Bundes in diesem Bereich, sei es über den Bahninfrastrukturfonds (BIF) oder die Programme Agglomerationsverkehr (PAV).
Pro Velo empfiehlt:
- Sichere, überdachte Abstellplätze für Velos in ausreichender Anzahl mit direktem Zugang zu den Perrons bzw. nahe den Haltestellen des öffentlichen Verkehrs. (Für Details siehe Site Veloparkplätze)
- Velowege, die den Grundsätzen des Veloweggesetzes VWG entsprechen und Bahnhöfe und Haltestellen des öffentlichen Verkehrs erschliessen (VWG)
- Das Vorhandensein eines Angebots an Kurz- und Langzeit-Velosleihsystemen, die in das öffentliche Verkehrsangebot integriert sind (siehe Site Bikesharing)
- Günstige Tarife für die Parkierung von Velos, die Velomitnahme im öffentlichen Verkehr sowie Bikesharing-Angebote
Velotransport im öffentlichen Verkehr
Pro Velo unterstützt die Entwicklung des Velotourismus. Dazu müssen die Mitnahme von Velos in Zügen erleichtert und das Rollmaterial für die Bedürfnisse der Velofahrer:innen und den Transport ihrer Velos geeignet sein.
Im März 2021 führte die SBB an Wochenenden eine Reservierungspflicht für den Velotransport in InterCity-Zügen ein. Diese Tatsache in Verbindung mit unzureichenden Infrastrukturen für Velofahrer und den Transport ihrer Velos veranlasste Pro Velo Schweiz und zahlreiche Partnerorganisationen, in einer von mehr als 54'000 Personen unterzeichneten von der SBB und dem Bundesrat zu fordern:
- Schaffung von mehr Platz für den Transport von Velos, Kinderwagen, Sportgeräten und Gepäck, beispielsweise durch multifunktionale Abteile oder die Einführung von Sonderzügen zu den Stosszeiten.
- Die Aufhebung der Reservierungspflicht für Velos in InterCity-Zügen.
- Bessere Kundeninformation auf den Perrons und einfacherer Kaufvorgang für Billette
- Bessere Berücksichtigung der Bedürfnisse von Velofahrenden durch die SBB, sowohl bei der Anschaffung neuer Züge als auch beim Betrieb bestehender Züge.
Die Reservierungspolitik der SBB hat sich seither nicht geändert hat; der Trend geht im Gegenteil hin zu einer Ausdehnung dieser Praxis, insbesondere in der Hochsaison. Andere Forderungen der Petition wurden hingegen berücksichtigt:
- Neues Rollmaterial entspricht teilweise den Anforderungen von Pro Velo: abgesenkte Podeste, erreichbare Befestigungen, grössere Abstellbereiche und eine klare Beschilderung
- Die Informationen auf den Perrons und in den Fahrplänen sind besser geworden.
- Das Kauf- und Reservierungssystem über die App wurde verbessert.
- Die Anzahl der Velostellplätze nimmt stetig zu.
Dennoch gibt es noch einige Punkte, die verbessert werden müssen, um den Velotourismus zu erleichtern:
- Eine Verpflichtung der SBB zur Entwicklung eines echten Transportangebots für den Velotourismus auf internationalen Strecken mit einer Verringerung der Beschränkungen auf bestimmten Strecken und einer Erleichterung des Kaufs und der Reservierung von Velotransporttickets für das Ausland.
- Zusätzliche Multifunktionswagen, die den Anforderungen der Hochsaison und der Wochenenden gerecht werden, sowie die Entwicklung dieses Rollmaterialtyps.
- Ein Einfrieren der Kosten für den Velotransport auf dem Niveau von 2025.
Pro Velo Schweiz steht in regelmässigem Kontakt mit der SBB, und Projekte im Zusammenhang mit dem Velofahren werden vorab mit dem Verband abgestimmt.