Mitgliederporträt
Bewegung und Gesundheit aus Leidenschaft
Bewegung beginnt im Alltag – auf dem Arbeitsweg, auf dem Velo oder bei der nächsten Treppe. Bettina Maeschli, Leiterin von Public Health Schweiz und frühere stellvertretende Geschäftsführerin von Pro Velo Schweiz, engagiert sich für eine aktive Mobilität

«Jede Treppe zählt», begrüsst uns Bettina Maeschli in der Geschäftsstelle von Public Health in Bern, die sie auch leitet. Damit ist gemeint: Selbst kleinste Anstrengungen halten uns gesund. Das Velo ist für Maeschli dafür ein ideales Mittel: «Es trägt dazu bei, dass Menschen überhaupt aktiv werden. Aktionen wie bike to work oder bringen alle und – insbesondere die Jüngsten – dazu, im Alltag Velo zu fahren und so ihre tägliche Dosis Bewegung zu erhalten.»
Mit Themen rund ums Velo ist die 52-Jährige bestens vertraut. Sie wirkte in der Geschäftsstelle von Pro Velo von 2015 bis 2018 als stellvertretende Geschäftsführerin und Kommunikationsverantwortliche. In diese Zeit fiel auch die Veloinitiative, die in das heute gültige Veloweggesetz mündete, das seit 1. Januar 2023 in Kraft ist. Eine erfreuliche Aufgabe: «Es war schön, dass alle Veloorganisationen bei dieser Kampagne am selben Strick zogen, gemeinsam Unterschriften sammelten und die Medien darüber berichteten.» Auch heute noch ist Maeschli mit Pro Velo Schweiz verbunden und tauscht sich regelmässig mit Fachexperten der Berner Geschäftsstelle aus. Ausserdem ist sie im Pro-Velo-Vorstand des Kantons Zürich tätig und beschäftigt sich dort etwa damit, wie sich der Verein in den Gemeinden noch besser verankern kann.
Bewegung in Politik und Raumplanung mitdenken
Für Gesundheitsexpertin Maeschli bleiben viel zu viele Menschen passiv. Das zeigen auch zahlreiche Studien: Fast ein Viertel der Bevölkerung in der Schweiz bewegt sich zu wenig. Das verursacht jährlich über 1600 vermeidbare Todesfälle und kostet die Volkswirtschaft rund 2,5 Milliarden Franken. Um dem Bewegungsmangel und den Folgen etwas entgegenzusetzen, brachte Public Health Schweiz den Verein «Allianz Bewegung, Sport und Gesundheit» mit auf den Weg, der sich für das «Bewegungsland Schweiz» starkmacht. Ihm gehören rund 30 Organisationen an, darunter auch Pro Velo Schweiz. Manche der 20 Forderungen der Allianz klingen für Pro-Velo-Magazin-Lesende deshalb bekannt: Sichere, übersichtliche und kindgerechte Schulwege, oberste Priorität des Velo- und Fussverkehrs bei allen politischen Entscheiden, in der Verkehrsplanung und in der Verwaltung sowie getrennte Infrastrukturen für den Fuss- und Veloverkehr. «Es braucht mehr Platz fürs Velo und fürs Zufussgehen», sagt Maeschli. «Deshalb ist es wichtig, dass die Politik und die Raumplanung eine Umgebung schaffen, die die Menschen motiviert, aufs Velo zu steigen, zu Fuss zu gehen und aufs Auto zu verzichten.»