Velo & Technik

Die Pflege des Velos – fast ein Kinderspiel

 

Im Spätsommer locken milde Temperaturen zu mehr Ausfahrten – für das Pro Velo Magazin der Anlass, mit Frederic Härri daran zu erinnern, warum die richtige Pflege über die Lebensdauer eines Velos entscheidet, egal ob Lastenvelo, City-, Gravel- oder Mountainbike.

Erste Priorität: die Kette. Sie wird neben Reifen und Bremsen am stärksten beansprucht und ist zugleich oft am schlechtesten behandelt. Ohne Pflege setzen Staub und Abrieb ihr zu, es bildet sich eine schwarze Schmirgelpaste, die den Verschleiss des gesamten Antriebs massiv beschleunigt. Eine Reinigung alle zwei bis vier Wochen genügt, nach langen Ausfahrten oder starker Verschmutzung öfter: Putzlappen, kleine Bürste, Kettenreiniger und Schmiermittel auf Ölbasis – ein Tropfen pro Kettenbolzen, Kurbel rückwärts drehen, überschüssiges Öl mit frischem Lappen entfernen.

Zweite Priorität: die Bremsen. Ein neuer Bremsbelag ist rund 2 Millimeter dick und darf bis auf etwa 0,5 bis 0,1 Millimeter herunterbremsen; darunter reibt Metall auf Metall, was Bremsscheibe oder Felge schädigt und die Sicherheit gefährdet. Der Wechsel ist mit etwas Geschick in Eigenregie möglich, sonst empfiehlt sich die Velowerkstatt.

Der Artikel rät zudem, regelmässig den Reifendruck (Richtwerte stehen meist auf dem Pneu) sowie Profil und Gummi auf Risse zu prüfen und den Rahmen gelegentlich zu reinigen – die Häufigkeit ist Geschmackssache –, damit an Schweissnähten, Speichen oder Schrauben kein Rost ansetzt. Ein jährlicher Service in der Werkstatt bleibt unerlässlich, um Schwachstellen zu erkennen, bevor teure Reparaturen nötig werden.

Ein Kasten vergleicht schliesslich Öl und Wachs: Sommeröl eignet sich für Trockenheit und Staub, Winteröl ist wasserabweisender, während Kettenwachs die Reibung reduziert und keine Flecken hinterlässt – bei aufwendigerer Erstanwendung und geringerer Haltbarkeit im Regen.

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