Medienmitteilung

Neun Schulen machen vor, wie Velofahren Teil des Schulalltags wird

Velofahren als Teil des Schulalltags – und nicht nur ab und zu aufs Velo steigen: Das ist das Ziel des Pilotprojekts «Velofreundliche Schule». Mit dem Schuljahr 2026/2027 startet an neun Schulen in fünf Kantonen die Umsetzung der erarbeiteten Massnahmen. Rund 3'700 Kinder und Jugendliche profitieren während eines ganzen Schuljahres von einem breiten Angebot rund ums Velofahren.

Velofahren schafft Bewegung im Alltag, stärkt die selbständige Mobilität und erhöht die Verkehrskompetenz von Kindern und Jugendlichen: Das ist die Grundidee des Projekts «Velofreundliche Schule», das von der Allianz Schule+Velo getragen wird. Die Allianz vereint schweizweit über 20 Organisationen, die sich für die Veloförderung von Kindern und Jugendlichen an Schulen engagieren, darunter auch Pro Velo Schweiz. «Nachhaltige Veloförderung entsteht aber nicht durch einzelne Aktionen, sondern durch die langfristige Verankerung im Schulalltag. Genau dabei unterstützt die «Velofreundliche Schule» die Schulen», sagt Anne Bernasconi, Leiterin der Geschäftsstelle der Allianz Schule+Velo. 

Gleichzeitig kann mehr Velofahren dazu beitragen, den motorisierten Verkehr rund um Schulen zu reduzieren – mit positiven Auswirkungen auf Sicherheit, Lärm und Klima. Aktuelle Entwicklungen zeigen jedoch, dass Kinder und Jugendliche immer seltener mit dem Velo unterwegs sind. Hier setzt die «Velofreundliche Schule» an. 

Neun Schulen erproben das Modell 

Die Pilotphase umfasst neun Schulen unterschiedlicher Grösse, Schulstufe und Umfeld in den Kantonen Bern, Zug, Zürich, Waadt und Genf. Sie haben in den vergangenen Monaten ihre Ausgangslage analysiert und individuelle Jahresplanungen erarbeitet. Mit dem Schulstart 2026 beginnt nun die Umsetzung. Die Jahresplanungen verbinden Massnahmen und Aktivitäten rund ums Velo auf Klassen- und Schulhausebene und integrieren gezielt Angebote externer Partnerorganisationen. Ziel ist ein systematischer Aufbau von Velokompetenzen über die gesamte Schulzeit hinweg. 

Die Erfahrungen aus diesen unterschiedlichen Kontexten bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung des Programms und den geplanten Ausbau ab 2027. «Mit diesem Projekt erhalten wir ein Instrument, das uns dabei unterstützt, die Verkehrserziehung anhand eines konkreten Beispiels gezielt in den Unterricht zu integrieren. Gleichzeitig leisten wir einen wichtigen Beitrag dazu, dass alle Kinder Zugang zum Velo als Verkehrsmittel erhalten und dessen sichere Nutzung im Alltag erlernen können», sagt Dominic Schwab, Schulleiter der Schule Buchsee in Köniz. 

 

Nach Abschluss des Programms können sich Schulen als «Velofreundliche Schule» zertifizieren lassen. Das Label macht ihr Engagement sichtbar und würdigt die langfristige Verankerung der Veloförderung im Schulalltag. Gleichzeitig werden die Schulen Teil eines schweizweiten Netzwerks, das den Austausch von Erfahrungen, Materialien und Praxisbeispielen ermöglicht. 

Nachhaltige Veloförderung entsteht im Zusammenspiel 

Bei der Planung hat sich gezeigt, dass nachhaltige Veloförderung auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen muss: beim Zugang zu Velos, bei der Infrastruktur, bei der Unterstützung von Lehrpersonen sowie bei attraktivenAngeboten für Schülerinnen und Schüler. Viele dieser Angebote bestehen bereits. Entscheidend ist jedoch, dass sie aufeinander abgestimmt, langfristig geplant und im Schulalltag verankert werden. 

Manche Schulen schaffen eigene Veloflotten an oder arbeiten mit Leihvelos, damit möglichst alle Kinder und Jugendliche Zugang zum Velofahren erhalten. Andere richten feste Übungsparcours auf dem Schulareal ein oder führen regelmässige Velochecks und Reparaturangebote durch. Lehrpersonen erhalten praxisnahe Unterstützung, um Veloausflüge und Aktivitäten mit ihren Klassen sicher umzusetzen. Gleichzeitig wird das Thema Velo auch im Unterricht aufgegriffen – beispielsweise bei Geschwindigkeitsberechnungen im Mathematikunterricht oder beim Nähen von Velotaschen im Textilen und Technischen Gestalten. Daneben entstehen innovative Projekte – von schuleigenen Velowerkstätten bis zu Velotaxis, die Schülerinnen und Schüler auf dem Schulweg begleiten und schrittweise an das selbständige Velofahren heranführen. 

Weitere Informationen 
www.schule-velo.ch/velofreundliche-schule 

https://www.pro-velo.ch/de/medien/medienmitteilungen/medienmitteilung/neun-schulen-machen-vor-wie-velofahren-teil-des-schulalltags-wird