Weltvelotag: 15'000 x NEIN zu neuen Veloschikanen
Am heutigen Weltvelotag schicken die Velofahrenden eine starke Botschaft ins Bundeshaus. Über 15'000 Personen haben den Appell an Bundesrat und Parlament «Das Velo fördern statt ausbremsen» unterschrieben. Gemeinsam mit Pro Velo wehren sie sich gegen mehr Bürokratie und zusätzliche Abgaben für Velofahrende, die in diversen Vorstössen gefordert werden. Heute wurden die Unterschriften ins Bundeshaus getragen, wo sie den Präsidien von National- und Ständerat sowie Verkehrsminister Albert Rösti übergeben werden.

2018 hat die UNO-Generalversammlung den 3. Juni zum Weltvelotag (World Bicycle Day) erklärt und die Staaten mit einer Resolution aufgefordert, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Nutzung des Velos zu fördern. In der Schweiz weht dem Velo in letzter Zeit jedoch ein zunehmend starker Wind entgegen. Mit immer neuen parlamentarischen Vorstössen werden Einschränkungen für Velofahrende gefordert, darunter die Wiedereinführung der Velovignette, eine Ausbildungspflicht für alle Velofahrenden, die Erhebung zusätzlicher Steuern, Kleidervorschriften oder Einschränkungen für Cargovelos.
Appell mit klarem Auftrag
Um solche neuen Schikanen für Velofahrende zu verhindern, hat Pro Velo im März einen Appell lanciert. Dieser ist auf ein sehr grosses Echo gestossen. Inzwischen haben ihn mehr als 15’000 Personen unterschrieben und verlangen von Bundesrat und Parlament, Velofahrende nicht zusätzlich zu belasten. Die Forderungen wurde heute mit einer Aktion ins Bundeshaus getragen. «Am heutigen Weltvelotag überbringen wir Bundesrat und Parlament einen klaren Auftrag, das Velo stärker zu fördern, anstatt Velofahrende zu behindern», sagt Delphine Klopfenstein Broggini, Präsidentin von Pro Velo Schweiz. «Die erfolgreiche Veloförderung darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden».
Infrastruktur als Schlüsselfaktor
Was die Forderungen aus dem Parlament alle gemeinsam haben: Um die Verkehrssicherheit zu verbessern, sollen allein die Velofahrenden in die Pflicht genommen werden. Dabei bleibt der wichtigste Faktor für sicheres Velofahren einmal mehr unbeachtet: eine grosszügige, unterbruchsfreie, direkte und verständliche Veloinfrastruktur – wenn immer möglich vom motorisierten Verkehr abgetrennt. Genau dies verlangt auch das Veloweggesetz, das seit über drei Jahren in Kraft ist. Pro Velo würde sich wünschen, dass das Parlament mehr Zeit und Energie in dieses Ziel investiert, anstatt in immer neue unausgereifte Ideen, um Velofahrende zu disziplinieren.
Erfolg im Nationalrat
Das Engagement von Pro Velo gegen neue Veloschikanen zeigt bereits erste Erfolge. Nachdem der Ständerat im letzten Jahr eine Motion von Mauro Poggia (MCG, GE) für eine Immatrikulationspflicht aller Lasten- und Longtail-Velos überwiesen hatte, hat die Verkehrskommission des Nationalrats diesem Ansinnen Anfang Mai eine klare Abfuhr erteilt. Mit 18 zu 2 Stimmen (bei 3 Enthaltungen) beantragt sie dem Nationalrat, den Vorstoss abzulehnen. Der definitive Entscheid fällt in der laufenden Session.
Pro Velo bleibt gefordert
Der Widerstand gegen neue Veloschikanen wird Pro Velo auch weiterhin fordern. Wir engagieren uns nicht nur am Weltvelotag, sondern tagtäglich mit aller Kraft gegen neue Veloschikanen und für sicheres und entspanntes Velofahren für alle. «Als platzsparendes, günstiges, emissionsarmes und gesundes Verkehrsmittel hat das Velo für die Mobilität der Zukunft eine herausragende Bedeutung», erklärt Pro-Velo-Vizepräsident Hasan Candan, «dafür lohnt es sich zu kämpfen».
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