Medienmitteilung

Die Sicherheit für Velofahrende muss zur Chefsache werden!

Die Zahl der Strassenverkehrsunfälle ist 2025 gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Pro Velo stellt fest, dass die Anstrengungen bei der Verkehrssicherheit den Velofahrenden zu wenig zugutekommen. Der Veloverband fordert wirksame Schutzmassnahmen - nimmt aber auch die Velofahrenden selbst in die Pflicht.

Was die Zahl der Verkehrsopfer anbelangt, hat die Schweiz ihren Status als internationale Musterschülerin verloren. Velofahrende sind von dieser tragischen Entwicklung nicht ausgenommen: 44 haben im letzten Jahr ihr Leben verloren, das ist eine Person weniger als im Vorjahr. Doch 1'257 Personen sind auf dem Velo schwer verletzt worden, 91 mehr als im Vorjahr. 

"Es gäbe wirkungsvolle Massnahmen, um die Sicherheit für Velofahrende und Fussgänger:innen rasch zu verbessern", sagt Delphine Klopfenstein Broggini, Nationalrätin und Präsidentin von Pro Velo Schweiz. "Es fehlt nicht an Regeln, sondern am Willen, sich daran zu halten und sie durchzusetzen. Dabei müssen auch die Velofahrenden ihren Beitrag leisten und regelkonform und rücksichtsvoll unterwegs sein.” Pro Velo setzt sich darum für ein respektvolles Verhalten im Verkehr ein. So werden in Kursen mit Kindern und Erwachsenen die geltenden Verkehrsregeln und das rücksichtsvolle Verhalten vermittelt und geübt.

Angesichts der Zunahme der Zahl von Velofahrenden und der Velotypen wird der Mangel an guten Velowegen immer augenfälliger. Die Schweiz liegt, was die Verfügbarkeit von separaten Velowegen anbelangt, im Vergleich mit anderen Ländern im Hintertreffen. Das Veloweggesetz verpflichtet die Kantone, bis Ende 2042 ein attraktives und sicheres Velowegnetz zu realisieren.

Um die Zahl der Verkehrsopfer zu reduzieren, braucht es jedoch mehr. Pro Velo fordert unter anderem:

  • die Festlegung eines Mindestüberholabstandes von Velos von 1.5 m. Ein solcher ist in mehreren europäischen Länder schon in Kraft, so in Deutschland und Spanien.
  • die Sensibilisierung der Automobilist:innen für die Bedürfnisse und Sicherheit der Velofahrenden, beispielsweise mit dem "Holländergriff". Dabei wird die Autotür mit der rechten Hand geöffnet. So sieht der Fahrer bzw. die Fahrerin Velos, die von hinten kommen, besser.
  • häufigere Kontrollen der Handynutzung und entsprechende Ahndung

Pro Velo verlangt zudem, dass die Unfallzahlen ins Verhältnis der gefahrenen Kilometer gesetzt werden. So entsteht ein klareres Bild über die Entwicklung der Unfallzahlen, die für den Veloverkehr seit Jahren nicht sinken. Eine entsprechende Interpellation im Nationalrat ist in Vorbereitung. "Heute sind die statistischen Zahlen lückenhaft und die darauf basierenden Aussagen teilweise falsch", stellt Delphine Klopfenstein Broggini fest.

https://www.pro-velo.ch/de/ueber-uns/aktuelles/artikel/die-sicherheit-fuer-velofahrende-muss-zur-chefsache-werden

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