Appell an Bundesrat und Parlament: Bereits 10'000 Unterschriften gegen neue Veloschikanen
Letzte Woche hat Pro Velo einen Appell an Bundesrat und Parlament lanciert, um ein starkes Zeichen gegen neue Schikanen für Velofahrende ins Bundeshaus zu senden. Innert sechs Tagen wurde der Appell bereits von über 10'000 Personen unterschrieben. Gemeinsam mit den Unterzeichnenden wehrt sich Pro Velo entschieden gegen unnötige Einschränkungen für Velofahrende, die verschiedene Vorstösse im Bundesparlament fordern. Um mindestens das Verdoppelungsziel des Bundes zu erreichen, muss das Velofahren vielmehr gefördert werden.

In den Vorstössen werden unter anderem neue Velosteuern, die Wiedereinführung der Velovignette, eine Einschränkung des Kindertransports und zusätzliche Auflagen für Cargovelos gefordert. Auch der Bundesrat hat in der Vernehmlassung zur Strassenfinanzierung eine Steuer auf E-Bikes vorgeschlagen und mehrfach Verständnis für die Forderung nach einer Veloabgabe gezeigt.
Pro Velo wehrt sich entschieden gegen die Belastung der Velofahrenden mit unnötiger Bürokratie und zusätzlichen Abgaben. «Neue Schikanen für Velofahrende wären kontraproduktiv und würden die erfolgreiche und dringend nötige Veloförderung gefährden» hält Delphine Klopfenstein Broggini, Nationalrätin und Präsidentin von Pro Velo, fest. «Gemäss Berechnungen des Bundesamts für Raumentwicklung bringt das Velo der Gesellschaft einen Nutzen von rund 25 Rappen pro gefahrenen Kilometer – während jeder Autokilometer die Gesellschaft 17 Rappen kostet». Hinzu kommt, dass die Veloinfrastruktur fast ausschliesslich über die Kantons- und Gemeindesteuern finanziert wird, die von allen bezahlt werden. Zusätzliche Steuern für Velofahrende wären deshalb nicht gerechtfertigt.
Das Velo fördern statt ausbremsen
Als platzsparendes, klimafreundliches und gesundes Verkehrsmittel spielt das Velo für die Mobilität der Zukunft eine Schlüsselrolle. Gerade Cargovelos haben ein enormes Potenzial für den Personen- und Warentransport und können die Städte und die Umwelt massiv entlasten. Mit einem Ja-Anteil von 74 % zum Bundesbeschluss Velo hat die Bevölkerung bereits 2018 ein deutliches Bekenntnis zum Velo abgegeben. Und der Bund hat sich zum Ziel gesetzt, die Velokilometer bis 2035 zu verdoppeln. «Diese Zielsetzung lässt sich nur erreichen, wenn das Velofahren aktiv gefördert und Velofahrende nicht zusätzlich belastet werden» betont Hasan Candan, Nationalrat und Vize-Präsident von Pro Velo Schweiz. «Wir wehren uns deshalb entschieden gegen eine Schikanierung der Velofahrenden.» Mit dem Appell will Pro Velo – zusammen mit allen Unterzeichnenden – ein starkes Zeichen für das Velo ins Bundeshaus senden.
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