Medienmitteilung

Schöne Ziele alleine reichen nicht

Der Bund muss mehr Ressourcen bereitstellen, um das Ziel der Verdopplung der mit dem Velo zurückgelegten Strecken bis 2035 zu erreichen und das Veloweggesetz (VWG) umzusetzen. Pro Velo fordert, dass der Anteil der Agglomerationsprogramme, der dem Veloverkehr zugute kommt, mindestens verdoppelt wird. Eine gewisse Beschleunigung der Massnahmen sei notwendig, sagte Verkehrsminister Albert Rösti anlässlich der 40-Jahr-Jubiläumsfeier von Pro Velo Schweiz in St. Gallen.

Bundesrat Albert Rösti und Delphine Klopfenstein Broggini.

Michael Städler, Pro Velo St. Gallen/Appenzell.

Maria Pappa, Stadpräsidentin St.Gallen.

Sonja Hasler (Moderatorin), Beat Tinnler (Regierungsrat SG), Delphine Klopfenstein Broggini (Pro Velo), Ulrich Seewer (ARE) und Carsten Hagedorn (FH Ost). Bilder: Daniel Ammann

Henk Swarttouw, Präsident der European Cyclist's Federation (ECF).

Zum Auftakt der Jubiläumsveranstaltung führte Albert Rösti, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), ein offenes Gespräch mit Delphine Klopfenstein Broggini, Präsidentin von Pro Velo und Nationalrätin (Grüne/GE). 

«Das Velo trägt dazu bei, die Klimaziele unseres Landes zu erreichen», erinnerte Delphine Klopfenstein Broggini. Darüber hinaus sieht die Roadmap Velodes Bundes vor, die jährlich mit dem Velo zurückgelegten Kilometer in der Schweiz von 2,7 Milliarden (2021) auf 5,3 Milliarden im Jahr 2035 zu steigern. 

«Es ist notwendig, ehrgeizige Ziele zu setzen, aber es braucht auch die dafür nötigen Mittel. Der Bund tut sich noch schwer damit, die richtigen Massnahmen zu ergreifen», argumentierte Delphine Klopfenstein Broggini. 

Am Freitagabend in St. Gallen forderte die Pro Velo-Präsidentin Bundesrat Albert Rösti auf, darzulegen, wie er das Verdoppelungsziel erreichen und somit auch das Veloweggesetz (VWG) fristgerecht umsetzen wolle. Der Bundesrat räumte ein, dass eine gewisse Beschleunigung erforderlich sei, insbesondere bei den Bewilligungsverfahren, wobei jedoch der Föderalismus zu respektieren sei. Pro Velo fordert den Bund auf, die Kantone stärker zu unterstützen.

Die Realität für Velofahrerinnen und Velofahrer bleibt in der Schweiz weit hinter den Erwartungen zurück. Wer mit dem Velo unterwegs ist, sieht sich nach wie vor mit einer lückenhaften und teilweise gefährlichen Infrastruktur konfrontiert. Der Mangel an separaten Velowegen führt zudem zu Spannungen mit anderen Nutzerinnen und Nutzern des öffentlichen Raums. Dies bremst die Entwicklung des Veloverkehrs, obwohl das Velofahren individuelle und kollektive Vorteile mit sich bringt. Laut dem Bundesamt für Raumentwicklung bringt das Velo der Gemeinschaft 25 Rappen pro gefahrenem Kilometer ein, während das Auto für die gleiche Strecke 17 Rappen kostet.

Die Veranstaltung in St. Gallen war der Höhepunkt des 40-Jahr-Jubiläums von Pro Velo Schweiz. Der Regionalverband St. Gallen/Appenzell seinerseits feierte sein 20-jähriges Bestehen – zwei Jubiläen, die auch an der Delegiertenversammlung am Samstagmorgen gefeiert wurden. Der geladene Präsident der European Cyclists' Federation (ECF), Henk Swarttouw, würdigte die Arbeit der Verbände. Der Niederländer erinnerte an die Bedeutung der Arbeit der Verbände, die in seinem Land eine wichtige Rolle für den Veloverkehr gespielt haben. Das Schlusswort hatte der St. Galler Stadtrat Markus Buschor: «Bleiben Sie weiterhin engagiert für das Velo!» 

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