Pro Velo Schweiz ist bereit für die Herausforderungen des Jahres 2026
2025 feierte Pro Velo Schweiz ihr 40-jähriges Jubiläum. Das ereignisreiche Jahr war sowohl von bedeutenden Fortschritten als auch von grossen Herausforderungen geprägt. Präsidentin Delphine Klopfenstein Broggini und Vizepräsident Hasan Candan blicken zurück auf die Erfolge und Herausforderungen bei der Förderung des Veloverkehrs in der Schweiz.

Delphine Klopfenstein Broggini und Hasan Candan
Vielversprechender Aufschwung
Der erste Bericht über die Umsetzung des Veloweggesetzes (VWG), das auf eine von Pro Velo lancierte Volksinitiative zurückgeht, zeigt eine ermutigende Dynamik. Die Kantone engagieren sich immer mehr und legen damit den Grundstein für ein nationales Velowegnetz. Das Ziel bleibt jedoch ehrgeizig, denn die Schweiz muss ein lückenloses Netz aus durchgehenden, sicheren und komfortablen Velowegen aufbauen. Wie Delphine Klopfenstein Broggini betont, «ist noch nichts umgesetzt, aber der Schwung ist da». Das Jahr wurde auch genutzt, um eine Stärkung und Professionalisierung der Vereinsstrukturen einzuleiten.
Zahlreiche Angriffe bei ungebrochener Entschlossenheit
Das Velo wird, wie auch der Umweltschutz, immer wieder angegriffen. Tempo 30 in Wohngebieten, das für die Sicherheit der Velofahrenden von entscheidender Bedeutung ist, wird regelmässig infrage gestellt. Der massive Import von SUVs aus den Vereinigten Staaten markiert ebenfalls einen Rückschritt hin zu einer weniger nachhaltigen Mobilität. «Wir erleben eine Rückkehr zum Auto, zum Öl, zum Gas», beklagt Hasan Candan. Diese Rückschritte bedrohen den Platz des Velos im öffentlichen Raum. Deshalb tritt Pro Velo mehr denn je für eine gerechtere Verteilung dieses Raums ein.
Finanzielle und politische Herausforderungen
Die Finanzierung der Veloförderung bleibt eine grosse Herausforderung. «Wir müssen daran arbeiten, dass sie finanziell gesichert ist», betont Hasan Candan. Das politische Umfeld ist nicht gerade günstig – «seht ihr, unter dem Weihnachtsbaum des Bundesparlaments liegt nichts» – bemerkt er, aber Pro Velo Schweiz kämpft weiterhin an allen Fronten.
Der Verein, der so erfolgreich ist wie nie zuvor, blickt optimistisch in die Zukunft. «Gemeinsam werden wir es schaffen», bekräftigen die Präsidentin und der Vizepräsident und unterstreichen damit die gemeinsame Stärke von Velofahrer:innen und engagierten Bürger:innen.
2026: das Jahr des Prix Velo Städte
Die Ergebnisse des Prix Velo Städte, einer Umfrage unter den Einwohnerinnen und Einwohnern der Schweizer Städte, werden das Jahr 2026 kennzeichnen. Das Ziel? Die Meinung der Velofahrerinnen und Velofahrer einzuholen, um die Massnahmen zugunsten des Velos zu optimieren. «Wer könnte besser eine realitätsnahe Einschätzung abgeben als Velofahrende?», fragt Delphine Klopfenstein Broggini. Pro Velo wartet gespannt auf diese Ergebnisse, die als Leitfaden für künftige Aktivitäten dienen werden.
Ein Kampf, der immer wichtiger wird
Angesichts der stetig wachsenden Zahl von Velofahrenden bekräftigt Pro Velo Schweiz ihre Mission: sich für einen angemessenen Platz für das Velo im öffentlichen Raum einzusetzen. Um das Velo zu einem unverzichtbaren Teil der Alltagsmobilität zu machen, ist der Verein auf eine möglichst breite Mobilisierung angewiesen, denn es gibt politische, finanzielle und gesellschaftliche Herausforderungen. «Wir werden weiter dafür kämpfen, dass das Velo endlich den Platz bekommt, den es verdient», schliesst Delphine Klopfenstein Broggini und lädt alle ein, sich dieser Bewegung anzuschliessen.
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