Velofreundliche Massnahmen

Velobahnen: erste umfassende Machbarkeitsstudie in Deutschland

© Dan Freeman

Schnelle und direkte Veloverbindungen in die Zentren sind auch in der Schweiz ein Thema, nicht zuletzt dank dem E-Bike-Boom.

Pro Velo Bern hat bereits Ende 2010 bei der Regionalkonferenz und der Stadt entsprechende Forderungen deponiert: Website von Pro Velo Bern.

Grundlagendokument

Was es für den motorisierten Verkehr schon lange gibt, ist für den Veloverkehr erst am anrollen: die Velobahn. Velobahnen sind Infrastrukturen, die ein längeres, zügiges Fahren mit möglichst wenig Unterbrüchen und hohem Komfort ermöglichen. In führenden Veloländern wie Dänemark, Niederlande und Deutschland sind viele davon bereits in Betrieb. Ein neuer, anschaulich bebildeter Grundlagenbericht des Bundesamt für Strassen und der Velokonferenz Schweiz will die Einrichtung von Velobahnen nun auch in der Schweiz unterstützen. 
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Velogegenverkehr in Einbahnstrassen

Signal 408-1

Velogegenverkehr in Einbahnstrassen ermöglicht es, das Veloverkehrsnetz effizient, kostengünstig und mit einfachen Mitteln zu vervollständigen.

In Belgien und Frankreich ist in Tempo-30-Zonen der Velogegenverkehr in Einbahnstrassen obligatorisch, es sei denn, eine besondere Gefährlichkeit - beispielsweise wegen ungenügender Sichtweiten - sei nachgewiesen.

Velofreundliche Randabschlüsse

Randabschlüsse haben sowohl den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes als auch jenen des Veloverkehrs zu genügen.

Behinderten- und velogerechte Randabschlüsse

Bild: Marco Starkermann, metron AG

Randabschlüsse - die Übergänge von der Fahrbahn zum Trottoir - haben sowohl den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes als auch jenen des Veloverkehrs zu genügen. Als Mindestanforderung an ertastbare Randabschlüsse gilt seit 1988 ein vertikaler Absatz von 3 cm Höhe. Um eine bessere Überfahrbarkeit niedriger Randabschlüsse durch Rollstuhlfahrende zu ermöglichen, werden seit 2003 als Alternative schräge Randsteine mit 4 cm Höhe und 13–16 cm Breite (Neigung 25 %) zugelassen. Bislang fehlten aber Beurteilungen zur Praxistauglichkeit der verschiedenen Randsteintypen für Velofahrende. Das ASTRA, das EBGB (Eidg. Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen), Pro Velo Schweiz und die Metron Verkehrsplanung AG haben deshalb einen Test hinsichtlich der Eignung von sieben verschiedenen Randsteintypen und sechs Unterbrüchen, nachfolgend Zahnlücken genannt, durchgeführt.

Die Testanlage wurde durch drei Gruppen von Probanden getestet: 20 Personen mit Sehbehinderung, 19 Erwachsene und 11 Schüler mit Velo, 12 Personen mit Rollstuhl. Ebenfalls wurde mit einem Messgerät die Beschleunigung beim Befahren der Randsteine registriert und ausgewertet. Zur Beurteilung beigezogen wurden ausserdem Vertreter von Blindenführhunden. Bei der Zusammensetzung der Gruppen wurde darauf geachtet, eine grosse Bandbreite persönlicher Merkmale abzudecken (bei Velofahrenden z.B. bezüglich Fahrkönnen, Alter, Gewicht, etc.). Die Testresultate sind konsistent und plausibel. Aufgrund des Untersuchungsdesigns wird jedoch nicht der Anspruch an repräsentative Ergebnisse für die Schweiz erhoben. Die Testresultate dienen als Entscheidungshilfe hinsichtlich der Eignung der verschiedenen Randabschlüsse.

Resultate: Es gilt, für jeden Ort den richtigen Kompromiss zu finden

Die Resultate beziehen sich auf vorher festgelegte, relevante Merkmale. Bei den Sehbehinderten zählen dazu die Längsführung, die Erkennbarkeit abwärts (rechtwinklig und schräg zusammengefasst) sowie die Ausrichtung am Fahrbahnrand. Velofahrende haben den Komfort (verschiedene Tempi und Anfahrtswinkel) sowie die Sicherheit beurteilt. Für Rollstuhlfahrende sind die Befahrbarkeit (auf- und abwärts aus Stand und Fahrt), der Kraftaufwand sowie die Kippgefahr relevant. Zwischen den Randsteinen zeigen sich bezüglich Benutzbarkeit grosse Unterschiede.

Pro Velo Schweiz und die Schweizerische Fachstelle für Behindertengerechtes Bauen werden gestützt auf die vorliegenden Testergebnisse eine Empfehlung zum Einsatz der getesteten Randsteine ausarbeiten. Zu den Testergebnissen ist generell festzuhalten, dass für alle Nutzergruppen nicht nur der Randsteintyp, sondern auch die Neigung der angrenzenden Fläche und die Bauausführung (z.B. Belagsüberbau) entscheidend sind.

Link zum Bericht(PDF), Mai 2013