Leitbild

Zeichnung: Peter Hürzeler

Im Rahmen des Jubiläumsjahrs 2010 hat Pro Velo Schweiz unter Einbezug von Schweizer Persönlichkeiten, Künstlerinnen und Künstlern, Schülerinnen und Schülern und über 200 Einzelpersonen die Vision Velo 2020 definiert und zu Leitsätzen, Zielen und Massnahmen für die nächsten Jahre verarbeitet.

Vision und Leitbild wurden am 6. November 2010 von der Delegiertenversammlung verabschiedet.

Vision und Leitbild 2010

Vision Velo 2020 und Leitbild 2010

Vision

Die Schweiz im Jahr 2020: Stadt- und Dorfbilder sind von Velofahrenden geprägt - aus allen Bevölkerungsgruppen und mit den verschiedensten Fahrzwecken. Das Velo ist das bevorzugte Verkehrsmittel für Alltag und Freizeit. Das Velofahren ist lustvoll und gesund. Es wurde in den beiden ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts dank aktiver Velopolitik attraktiv, rasch, effizient, sicher und unkompliziert.

Strassenraum und Verkehrsregeln sind auf das Velo ausgerichtet, und rund um das Velo haben sich praktische Angebote und Produkte entwickelt. Seine Vorzüge machen es für alle Bevölkerungsgruppen und Fahrzwecke unwiderstehlich und damit zum Teil des Kulturgutes. Velofahren bedeutet Lebensqualität für alle.

Pro Velo trägt als anerkannte Lobby- und Dienstleistungsorganisation schweizweit zur positiven Entwicklung der Velonutzung bei.

Leitsätze

Fahrzeug und Verfügbarkeit

A.

Der einfache Zugang zum passenden Velo in guter Qualität für den gewünschten Zweck und am richtigen Ort ist jederzeit gewährleistet.

Dazu sagen:

 

B.

Velodiebstähle und Vandalismus sind selten und werden wirksam bekämpft.

Einfache und effektive Systeme zur Diebstahlsicherung und Rückführung gefundener Velos sind verfügbar und werden von den Velofahrenden genutzt.

Dazu sagt:

Infrastruktur

C.

Bei der Raumaufteilung und der Verkehrsregelung werden Velo- und Fussverkehr bevorzugt behandelt.

Bei der Infrastrukturplanung wird respektiert, dass Velofahrende in jedem Alter und für jeden Verkehrszweck sicher, zügig und bequem vorankommen wollen.

Das Velowegnetz ist engmaschig, zusammenhängend und lückenlos. Es erschliesst die Wohnorte und Fahrziele der Bevölkerung. Wichtige Quellen und Ziele sind direkt verbunden. Hauptverkehrsverbindungen sind veloverträglich. Gemeinden, Agglomerationen und Kantone haben behördenverbindliche Velonetzpläne.

Innerorts sind die Strassen flächendeckend verkehrsberuhigt. Velofahrende werden nicht behindert.

Baustellen sind für den Veloverkehr durchlässig. Velofahrende werden sicher durchgeleitet. Allfällige Umleitungen sind für Velofahrende signalisiert.

Dazu sagen:

 

D.

Am Anfang und Ende jeder Velofahrt stehen Abstellplätze in genügender Anzahl zur Verfügung.

Für bikesharing und Mietvelos stehen zusätzliche Abstellplätze zur Verfügung.

Ein bedarfsgerechter Anteil der Abstellplätze befindet sich in gesicherten Räumen.

In der Gesetzgebung ist die Erstellung einer Mindestanzahl von Veloabstellplätzen für alle Bauten festgelegt.

Dazu sagen:

Produkte und Services

E.

Velofahrenden steht ein dichtes Netz an Servicestellen zur Verfügung.

F.

In der Schweiz besteht ein offenes und attraktives System für die Velomitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Dazu sagt:

G.

Benutzerfreundliche, schweizweit kompatible bikesharing-Angebote und Mietvelos stehen bedarfsgerecht zur Verfügung.

Dazu sagt:

Fahrzwecke

H.

Alle Kinder und Jugendlichen werden altersstufengerecht auf dem Velo durch Fachleute aus- und weitergebildet.

Die Verkehrsteilnehmenden kennen die Rechte und Bedürfnisse der Velofahrenden und umgekehrt.

Dazu sagt:

I.

Ausbildungswege werden bewegungsaktiv zurückgelegt.

Eltern nehmen ihre Verantwortung bei der Verkehrserziehung auf dem Velo wahr; Pro Velo unterstützt sie dabei.

Kinder lernen anhand des Velos die korrekte und sichere Teilnahme am Verkehr.

An den Schulen wird das Velo regelmässig thematisiert und eingesetzt.

Dazu sagt:

J.

Betriebe haben ein Mobilitätsmanagement und/oder ein Gesundheitsmanagement. Dabei ist das Velo zentraler Bestandteil.

Dazu sagt:

 

K.

Dienstleister, Detailhandelsgeschäfte und Publikumseinrichtungen setzen auf das Velo im Zubringerverkehr.

L.

Die unterschiedlichen Bedürfnisse der Sportvelofahrenden, Freizeitvelofahrenden und Alltagsvelofahrenden werden in enger Zusammenarbeit koordiniert.

Dazu sagt:

Verkehrskultur

M.

Im Strassenverkehr respektieren alle Verkehrsteilnehmenden einander.

Der Veloverkehr ist zusammen mit dem Fussverkehr in Städten und Agglomerationen bevorzugt.

Die baulichen und betrieblichen Rahmenbedingungen für ein einfaches und attraktives Kombinieren von Velo und öffentlichem Verkehr sind inner- wie ausserhalb von Agglomerationen gegeben.

Dazu sagen:

 

N.

Das Velo und die Velofahrenden verfügen über ein positives Image und geniessen einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert.

Erfolgreiche Menschen fahren Velo. Velofahren ist Chefsache. Das Velo ist ein Statussymbol.

Das Velo wird als lustvolles und selbstverständliches Verkehrsmittel bei allen Alters- und Nutzergruppen beworben.

Öffentlichkeit und politische Funktionsträger sind umfassend über Velothemen informiert. Medien sind sensibilisiert für Velothemen.

Dazu sagen:

O.

Velofahren als Beitrag zur Förderung der eigenen Gesundheit ist allgemein bekannt und unterstützt.

Dazu sagen:

 

P.

Andere Verkehrsmittel werden gegenüber dem Veloverkehr nicht privilegiert.

Für Infrastruktur- und "weiche" Massnahmen, wie Dienstleistungen und Öffentlichkeitsarbeit, stehen in bedarfsgerechtem Umfang Gelder zur Verfügung.

Dazu sagt:

 

Rahmenbedingungen

Q.

Bau- und Planungsfachleute sind in Velobelangen ausgebildet und berücksichtigen die Bedürfnisse der Velofahrenden.

R.

Die notwendigen statistischen und wissenschaftlichen Daten und Grundlagen zum Thema Velo sind vorhanden und öffentlich zugänglich.

S.

Erlasse, Beschlüsse, Normen und Planungen werden vor der Beschlussfassung auf ihre Velofreundlichkeit hin überprüft. Die Gesetzgebung ist velofreundlich und auf dem aktuellen Stand.


Pro Velo ist in den relevanten politischen Prozessen und Planungen einbezogen.
Die Bundesverfassung enthält einen Veloartikel.


Das Strassenverkehrsrecht wird durchgesetzt.


Gemeinwesen aller Stufen haben eine mit Kompetenzen ausgestattete Fachperson oder  stelle bezeichnet.

T.

Velointeressen werden mittels Lobbying, Vorstössen und Agendasetting wirksam in den politischen Prozess eingebracht.


Der Veloverkehr ist ein wichtiger Punkt in den Programmen und Leitbildern aller politischen Parteien.


Der Velo- und Fussverkehr ist als dritte Säule der Mobilität anerkannt. Die Finanzierung erfolgt zu gleichen Teilen analog zum MIV und öV.

 

Pro Velo

U.

Pro Velo ist als Fachorganisation und Kompetenzzentrum erste Anlaufstelle für das Thema Velo in Alltag und Freizeit.


Dachverband und Regionalverbände haben gemeinsame Visionen und Ziele. Sie handeln arbeitsteilig, ergänzend oder zusammen und koordinieren sich dabei. Jede/r respektiert die Bedürfnisse des anderen.


Das gemeinsame Wissen steht dem Dachverband und den Regionalverbänden zur Verfügung.


Pro Velo erbringt professionelle Leistungen und schafft Arbeitsplätze unter Einbezug bezahlter, ehrenamtlicher und freiwilliger Tätigkeit. Pro Velo finanziert sich aus Mitgliederbeiträgen, Spenden, Einnahmen aus Dienstleistungen und dem Produkteverkauf.


Pro Velo ist Zweig eines weitverzweigten und dichten Netzwerks; sie ist bekannt durch ihre wirkungsvollen Aktivitäten.


Pro Velo unterstützt und nutzt die Dynamik für das Velo.