Medienmitteilung

Umstieg aufs Velo in den Agglomerationen: Kantone und Städte benötigen mehr Unterstützung

Umstieg aufs Velo in den Agglomerationen: Kantone und Städte benötigen mehr Unterstützung  

Veloförderung führt nur dann zu einer substantiell höheren Velonutzung, wenn verschiedenste Massnahmen koordiniert und konsequent umgesetzt werden. Die Schweizer Agglomerationen benötigen mehr Wissen und Unterstützung auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität.

Das Bundesamt für Strassen ASTRA hat soeben eine Studie zur Veloförderung in den Agglomerationen der Schweiz veröffentlicht; sie nennt Einflussfaktoren, Massnahmen und Potenziale. Pro Velo begrüsst diese Übersicht über den aktuellen Stand der Veloförderung. Die Ergebnisse decken sich weitgehend mit den Einschätzungen aus der Velostädte-Umfrage (PRIX Velostädte 2014, www.velostaedte.ch): Es braucht Infrastrukturen, die den Leuten Sicherheit vermitteln; besonders erfolgversprechend sind zudem Massnahmen zugunsten der Veloparkierung und für Kommunikationskampagnen.

Es ist offensichtlich, dass einzelne Massnahmen alleine nicht ausreichen, um die Velonutzung deutlich zu erhöhen; selbst in jenen Agglomerationen, in denen heute noch wenig Velo gefahren wird, gibt es keine einfachen Rezepte. Nur mit einem Strauss von Massnahmen kann es gelingen, den Velo-Anteil markant zu steigern. Dazu gehören Infrastrukturen (Radwege, Abstellanlagen etc.), Markierungen, Serviceangebote wie ein Hauslieferdienst oder Motivationskampagnen.

Es ist sinnvoll und nötig, den Blick in jene Länder zu werfen, die als vorbildliche Veloländer gelten: die Niederlande und Dänemark; beide Länder sind trotz der unterschiedlichen Topographie in vielerlei Beziehungen mit der Schweiz vergleichbar. Pro Velo ist überzeugt, dass in der kleinräumigen Schweiz, dank vielen kurzen Wegstrecken, das Potenzial des Velos bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist. Dazu braucht es eine systematische Analyse, die Wahl der geeigneten Massnahmen und deren konsequente Umsetzung. Die Studie zeigt, dass bisher nur wenige Schweizer Kantone und Städte eine erfolgreiche Veloförderung betreiben.

Genau in diese Richtung geht die Forderung der Velo-Initiative, welche im März von Pro Velo und einer breiten Trägerschaft lanciert wurde, und für die bereits die Hälfte der Unterschriften beisammen sind: Der Bund soll die Kompetenz erhalten, Kantone und Gemeinden bei der Veloförderung stärker zu unterstützen. Die Massnahmen können sehr unterschiedlich sein: Erarbeitung von Grundlagen, Vorgabe von Qualitätsstandards, Aus- und Weiterbildung von Fachleuten, Beiträge an grosse Infrastrukturbauten oder Unterstützung von Sensibilisierungsmassnahmen. www.velo-initiative.ch 

Auskunft

Nationalrat Jean-François Steiert, Präsident von Pro Velo Schweiz, Tel. 079 204 13 30
Nationalrat Roland Fischer, Vorstand Pro Velo Schweiz, Tel. 079 422 76 60