Neues Recht

Neues Recht ab dem 1. Januar 2021

Zusatztafel "Rechtsabbiegen bei Rot erlaubt"

Der Bundesrat hat im Mai 2020 mehrere neue Bestimmungen erlassen, die anfangs 2021 in Kraft treten. Die aus Sicht des Veloverkehrs wichtigsten sind:

  • Rechtsabbiegen bei Rot bei Zusatztafel erlaubt
    Aufgrund der guten Erfahrungen eines dreijährigen Versuches in Basel hat der Bundesrat im Mai 2020 beschlossen, das Rechtsabbiegen bei Rot einzuführen. Hierzu wurde eine neue Verkehrstafel in die Signalisationsverordnung eingeführt, die es Velofahrenden erlaubt, bei Rotlicht nach rechts abzubiegen. Das Rotlicht erhält in diesem Fall die Bedeutung von "Kein Vortritt". Die Regel gilt nur dort, wo die Tafel angebracht ist.
  • Kinder bis 12 Jahre dürfen unter bestimmten Voraussetzungen auf Trottoirs fahren
    Wo Radstreifen und Radwege fehlen, dürfen Kinder bis 12 Jahre auf dem Trottoir fahren. Sie müssen jedoch rücksichtsvoll fahren und den Fussgänger*innen den Vortritt lassen.
  • Velostrasse wird als Minimalversion eingeführt
    Es wird erlaubt sein, in Tempo-30-Zonen den Rechtsvortritt aufzuheben. Dies auf Achsen, die als Velorouten dienen. So kommen Velofahrende zügig voran, ohne bei jeder Kreuzung den Rechtsvortritt beachten zu müssen. Diese Strassen können mit gelben Velopiktogramm markiert werden; ein Signal "Velostrasse" gibt es jedoch nicht.
Aufstellbereich für Velofahrende auch ohne zuführenden Radstreifen

"Aufstellbereich" bei Lichtsignalen
Bis Ende Jahr gibt es bei Lichtsignalen noch den "ausgeweiteten Radstreifen", auch "Velosack" genannt. Ab dem 1.1.2021 heisst die Einrichtung "Aufstellbereich". Damit können gelbe Haltebalken vor dem weissen Haltebalken auch ohne Radstreifen markiert werden. Velos halten am gelben Balken, alle anderen Fahrzeuge am dahinterliegenden weissen Balken.

Neu seit Februar 2019: E-Tandems sind erlaubt

Bisher durften "Motorfahrräder" nur einplätzig sein (Ausnahme: für das Mitführen einer behinderten Person, also Rollstuhl-Velo o.ä.). Tandems mit Elektro-Unterstützung waren nicht zugelassen. 
Seit dem 1.2.2019 gilt für das Motorfahrrad - und dazu gehören explizit die (langsamen) E-Bikes bis 25 km/h Unterstützung - auch die Variante mit 2 Plätzen. Wer bisher schon ein E-Tandem gefahren ist, tut das nun legal (Quelle: VTS, Art. 18 Lit.b Ziff. 1). 

Neu seit 2017: Glocke und Sattel adieu; elektronischer Blinker hallo

  • Elektronische Blinker erlaubt
    Sie müssen gelb und paarweise symmetrisch angebracht sein. Sie müssen klar als Richtungsanzeige erkennbar sein und dürfen nicht blenden. Sind Richtungsblinker angebracht, so sind andere blinkende Lichter nicht zulässig.
  • Veloglocke nicht mehr obligatorisch
    Die "gut hörbare Glocke" am Velo ist nicht mehr obligatorisch. 
  • Sattelpflicht gestrichen
    Velos müssen nicht mehr über einen Sattel verfügen. In jüngster Zeit tauchen vermehrt fahrradähnliche Fahrzeuge auf dem Markt auf.   
  • Lenker so breit wie das Velo
    Velolenker durften bis anhin höchstens 70cm breit sein. Neu darf der Lenker so breit sein wie das Velo selbst, nämlich 1m.

Genauere Informationen dazu haben wir auf diesem PDF zusammengefasst. 

Neue Bestimmungen ab 2016

  • Abweichen vom Rechtsfahrgebot
    In diesen Situationen müssen Velos nicht zwingend rechts fahren: Rechtsabbiegestreifen, auf denen die Fahrräder gemäss der Markierung geradeausfahren dürfen, in einspurigen und - neu - mehrspurigen Kreisverkehrsplätzen.
  • "Einfahrt verboten" für Velos aufheben
    Die Behörden müssen Strassen mit "Einfahrt verboten" (im Volksmund "Einbahnstrassen") für den Veloverkehr öffnen, wenn nicht die Platzverhältnisse oder andere Gründe dagegensprechen. 
  • "Sackgasse" für Fuss- und Veloverkehr öffnen
    Sofern am Ende der "Sackgasse" ein Weg für den Fuss- oder Radverkehr weiterführt, kann das Signal mit den entsprechenden Symbolen ergänzt werden. 
  • Fussweg mit "Velos gestattet"
    Das Trottoir darf von Fahrrädern mitbenützt werden, wenn ein Trottoirabschnitt entsprechend signalisiert ist. 
  • Keine Kernfahrbahnen mehr ausserorts
    Das beidseitige Anbringen von Radstreifen ist ausserorts nur zulässig, wenn die Fahrbahnhälften durch eine Markierung ("Mittellinie") getrennt sind.
  • Das Loslassen der Pedale beim Fahren ist neuerdings erlaubt.
  • Velos mit Anhängern müssen neu Radwege benützen. 

Dokument mit mehr Details (PDF)

Neue Bestimmungen ab 2013

Nachdem das Parlament im Sommer 2012 die Via-sicura-Vorlage verabschiedet hatte, traten am 1. Januar 2013 verschiedene neue Bestimmungen in Kraft. Darunter auch das Mindestalter für Radfahrende.

Bis 31.12.2012 galt die Schulpflicht als Mindestalter.
Kinder dürfen neu bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres auf Hauptstrassen nur in Begleitung einer erwachsenen Person fahren. Unklar ist, wie die Polizei das Fahren auf dem Trottoir regeln wird.

Die weitere Änderungen betreffen den motorisierten Verkehr.