Medienmitteilung

Stadt Bern gewinnt dank Velo-Offensive

Die Stadt Bern gewinnt mit ihrer Velo-Offensive den Hauptpreis des PRIX VELO Infrastruktur 2020. Gleich drei Anerkennungspreise gehen in die Romandie, nämlich in den Kanton Freiburg, nach Prilly/Renens sowie nach Genf. Auch ein Projekt in der Agglomeration Chur wird ausgezeichnet.

Die Stadt Bern überzeugte die Jury des PRIX VELO Infrastruktur 2020 mit ihrem Mehrjahresprogramm zur Förderung des Veloverkehrs und gewinnt damit das Preisgeld von CHF 10‘000.-. «Mit der Velo-Offensive hat die Stadt Bern schweizweit die Vorreiterrolle in der Entwicklung des Veloverkehrs übernommen. Ganz nach nordischem Vorbild wird daran gearbeitet, dass sich alle Altersgruppen sicher und mit Spass auf dem Velo durch die Stadt bewegen können», begründet Matthias Aebischer, Präsident von Pro Velo Schweiz, den Entscheid der Jury.
Der «PRIX VELO Infrastruktur» wird unterstützt vom Bundesamt für Strassen (ASTRA), velosuisse und Velopa. Medienpartner sind die «Schweizer Gemeinde» und das velojournal.

Auf dem Weg zur Verwirklichung der Vision «Velohauptstadt der Schweiz», möchte die Stadt Bern den Veloanteil bis 2030 auf 20% erhöhen (Verdoppelung gegenüber 2010, Schweizer Durchschnitt: 8%). Dies soll insbesondere durch eine attraktive, sichere und durchgehende Veloinfrastruktur erreicht werden. Die bisher verwirklichten Massnahmen bestehen aus einem guten Mix von aufwändigen Umgestaltungen (z.B. Realisierung von Velohauptrouten, Veloumfahrung bei Bushaltestellen) sowie einfachen und schnell umsetzbaren Sofortmassnahmen (z.B. Verbreiterung oder Roteinfärbung von Radstreifen). Besonders lobenswert sind die durchgehende Qualität der Projekte sowie die beeindruckend hohe Geschwindigkeit mit der diese umgesetzt werden. Zusätzlich zu den Infrastrukturmassnahmen sind auch Dienstleistungsangebote und Fördermassnahmen Teil des Programms, beispielsweise das allseits beliebte Selbstverleihsystem «Velo Bern», Velofreizeitanlagen oder öffentliche Velopumpen.

 

Drei von vier Anerkennungspreisen gehen in die Romandie

Wie bereits bei der letzten Austragung vor vier Jahren sind auch diesmal wieder rund 40, meist sehr ansprechende und inspirierende Kandidaturen eingegangen. Und so hatte es die Jury bei der Vergabe der Anerkennungspreise nicht leicht. 

Mit einer attraktiven Langsamverkehrs-Passerelle investiert der Kanton Freiburg beim Bahnhof Givisiez in die Zukunft. Auf der komfortablen, 6 m breiten Brücke, welche die künftig dicht besiedelten Gebiete nördlich und südlich der Bahnlinie verbindet, wird der Fuss- und Veloverkehr baulich separiert geführt. Mit der Verleihung eines Anerkennungspreises will die Jury auch die symbolische Dimension dieses Projekts unterstreichen, denn ausschliesslich dem Fuss- und Veloverkehr vorbehaltene Infrastrukturen dieser Grössenordnung sind im Kanton Freiburg bisher eher rar. 

Die im Westen von Lausanne, im Herzen eines der grössten Stadtentwicklungsprojekte der Schweiz gelegenen Gemeinden Prilly und Renens punkten mit der Bahnunterführung «Le Trait d’Union» mit Zugang zum Bahnhof Malley. Diese Infrastruktur ist nicht nur ästhetisch sehr ansprechend, sondern vor allem gelingt es ihr, unter Berücksichtigung der besonderen Hanglage die Fussgänger- und Veloströme auf engstem Raum zu trennen und zu lenken. Ein wahres Leuchtturmprojekt, das zeigt was möglich ist, wenn das Velo als Schlüsselfaktor für erfolgreiche Stadtentwicklung wahrgenommen wird. 

Die Stadt Chur und die Gemeinde Trimmis erhalten einen Preis für eine gemeindeübergreifende, quasi auf der grünen Wiese entstandene Radwegverbindung als Ersatz für unattraktive Velowege mit grosser Höhendifferenz. Diese sichere und alltagstaugliche Alternative zur viel befahrenen Kantonsstrasse konnte nach jahrzehntelang dauernden Verhandlungen endlich realisiert werden. Das Vorhaben benötigte geduldige Überzeugungsarbeit und enorm viel Durchhaltewillen, um die zahlreichen Interessenskonflikte aus dem Weg zu räumen.

Die Stadt Genf holt Anerkennung für den 1 km langen Zweirichtungs-Radweg am Quai Gustave-Ador. Der drei Meter breite und baulich von der Fahrbahn abgetrennte Radweg verbindet das Zentrum mit dem neuen Strand im Stadtviertel Eaux-Vives. Eine solche Infrastruktur ist zwar aus nationaler Sicht nicht neu, für eine Stadt wie Genf mit ihrem besonders dichten Strassennetz und dem hohen Verkehrsaufkommen bedeutet sie jedoch einen enormen Fortschritt. Zudem ist sie von grosser strategischer Bedeutung für die Entwicklung des Veloverkehrs.

Wegen Covid-19 kann die offizielle Preisübergabe an alle Preisträger erst im Herbst stattfinden. Heute fand bereits eine inoffizielle Übergabe an die Stadt Bern statt: Video.

Weiterführende Informationen wie Jurybericht, Bilder und Dokumentation der Siegerprojekte: prixvelo.ch


Kontakt
Matthias Aebischer, Präsident Pro Velo Schweiz, 079 607 17 30
Anita Wenger, Projektleiterin PRIX VELO Infrastruktur, 031 310 54 06 

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