200 Jahre Velo

Eine Erfolgsgeschichte

Bereits seit 200 Jahren ist das Velo in Fahrt. Am 12. Juni 1817 hat Karl Drais in Mannheim mit einem Laufrad ohne Pedale eine Strecke von 14 km zurückgelegt. Damit begann der Siegeszug des Velos rund um den Globus.

Seit  dem Jahr 1817 wurde das Velo laufend weiterentwickelt und hat soziale Bewegungen begleitet. Und doch ist die Grundidee, die muskelbetriebene Fortbewegung auf zwei Rädern, gleich geblieben. Von der Draisine bis zum Hochrad, von der Erfindung des Kettenantriebs und den aufpumbaren Pneus bis zum modernen E-Bike – das Velo ist seit 200 Jahren eine Erfolgsgeschichte.

Alles begann vor 2 Jahrhunderten
Im Jahr 1817 entwickelte Karl Freiherr von Drais den Urahnen des Velos: das Laufrad. „Draisine“ wurde es nach seinem Erfinder benannt. Das zweirädrige Holzgestell wurde durch das Abstossen mit den Füssen am Boden fortbewegt. Dank dem lenkbaren Vorderrad konnte das Gleichgewicht auch ohne Bodenkontakt der Füsse gehalten werden. Am 12. Juni 1817 legte Karl von Drais auf diese Weise 14 Kilometer in einer knappen Stunde zurück. Ein beachtliches Tempo.

Knapp 40 Jahre später wurden erste Velos mit Pedalantrieb entwickelt. Um die Jahre 1870er Jahre verbreitete sich das Hochrad. Es ermöglichte dank des grossen Rads hohe Tempi, doch es war auch gefährlich: Stürze mit schlimmen Verletzungsfolgen waren keine Seltenheit. Mit der Erfindung des Kettenantriebs wurde das Velo sicherer – und massentauglich.

Beliebt bei High Society und Arbeiterschaft
Zuerst ein Luxusgut für die Oberschicht, fielen die Preise Anfang des 20. Jahrhunderts und das Velo wurde zum günstigen Verkehrsmittel und auch für die Massen erschwinglich. Velos brauchen keinen Treibstoff und sind anspruchslos im Unterhalt. Gleichzeitig ermöglichen sie eine individuelle Mobilität.

Velos waren denn auch Treiber sozialer Entwicklungen: Es begleitete die Emanzipationsbewegungen der Frauen, die Ende des 19. Jahrhunderts Auftrieb erhielten. Den radelnden Frauen verschaffte das Velo Autonomie und Freiheit. Auch die Arbeiterschaft profitierte: Mit der Massenproduktion wurde das Fahrrad das ideale Verkehrsmittel für Arbeiterinnen und Arbeiter Anfang des 20. Jahrhunderts.

Fahrräder prägten vor und zwischen den Weltkriegen das Strassenbild. In der Nachkriegszeit mit der Zunahme der Motorisierung schwand die Bedeutung des Velos. Es wurde regelrecht von der Strasse gedrängt. Das änderte sich mit der Ölkrise in den 70er Jahren und dem Aufkommen der Umweltbewegung: Das Velo wurde neu entdeckt.

Mehr Velos als Autos
Heute feiert das Velo in den urbanen Zentren der Welt ein wahres Comeback. Sowohl die Weiterentwicklung des Fahrrads mit immer leichteren Rahmen, der Entwicklung von raffinierten Schaltungen und Bremssystemen und der elektrischen Tretunterstützung erhöhen die Nachfrage.

Gleichzeitig machen die zunehmende Verkehrsdichte und Stau sowie die Luftverschmutzung das Velo im Nahverkehr attraktiv. Und auch der Fitnesstrend gibt dem Fahrrad Auftrieb. Einige europäische Städte setzen seit Jahrzehnten auf dieses Verkehrsmittel. So sind heute dank jahrzehntelanger konsequenter Veloförderung in Kopenhagen mehr Velos unterwegs als Autos. Und auch weltweit ist das Fahrrad nach wie vor das beliebteste und meist verbreiteste Verkehrsmittel.

Das zeigt uns: Auch 200 Jahre nach seiner Erfindung hat das Velo als günstiges, gesundes, sauberes und platzsparendes Verkehrsmittel eine grosse Zukunft.

Wer mehr zum Velo heute erfahren will, dem ist die Ausstellung Bike Design City im Gewerbemuseum Winterthur ans Herz gelegt. Sie ist noch bis zum 30. Juli 2017 zu sehen.

Mehr Informationen zur Ausstellung Bike Design City im Gewerbemuseum Winterthur

Das Velojournal widmet dieses Jahr in jeder Ausgabe einen Artikel dem Thema "200 Jahre Velo". Zum Velojournal.

Zahlen zum Velofahren in der Schweiz (PDF)