Medienmitteilung

Veloverlad in SBB-Zügen: einige Verbesserungen dank Velo-Petition, aber weiterhin zu wenig Plätze und komplizierte Reservation.

Bern, 16. November 2022. Letztes Jahr hat die SBB eine Reservationspflicht für den Veloverlad eingeführt, um dem Platzmangel in den Fernverkehrszügen entgegenzuwirken. Seitdem ist die Nachfrage nur noch gestiegen, sodass der ohnehin schon unzureichende Platz noch dringender benötigt wird. Dank Druck der von Pro Velo und anderen Verbänden eingereichten Petition kündigt die SBB nun willkommene Verbesserungen an. Die obligatorische Reservation bleibt jedoch kompliziert und lückenhaft, vor allem für Familien. «Der Veloverkehr wird in den nächsten Jahren stark zunehmen. Die SBB muss diese Entwicklung aktiv begleiten, um ihr nicht zum Hindernis zu werden», betont Pro Velo-Präsident und Nationalrat Matthias Aebischer.

Ab diesem Jahr und dank der im September 2021 von Pro Velo und anderen Verbänden eingereichten Petition schlagen die Alliance SwissPass und die SBB endlich einige der Änderungen vor, die Pro Velo seit langem fordert und erwartet:

  • Die Schaffung einiger hundert zusätzlicher Veloplätze, die im letzten Jahr angekündigt wurden, betrifft neu auch die bestehenden IC2000-Züge.
  • Die Einführung eines Velobillets wird nicht nur die Verständlichkeit für die Benutzer erhöhen, sondern endlich auch eine Zählung der von der SBB beförderten Velos ermöglichen. Es ist höchste Zeit, dass es auch in der Schweiz Statistiken zum Velotransport gibt!
  • Die Angleichung des Gültigkeitsbereichs des Velopasses an den des Generalabonnements (mit einigen Ausnahmen) wird dieses Angebot verdeutlichen und erweitern.
  • Die kostenlose Beförderung von Kinderanhängern. Kinderwagen werden bereits kostenlos transportiert: somit wird eine Ungerechtigkeit beseitigt.

Pro Velo begrüsst diese Verbesserungen. Die Einführung des kostenlosen Veloverlads für begleitete Kinder bis zum Alter von 16 Jahren wird ebenfalls zur Förderung der kombinierten Mobilität beitragen.

Ohne die Erhöhung und Verbesserung der Veloplätze in den problematischsten Zügen, (ICN, Giruno und FV-Dosto), wird das Angebot jedoch auch in den nächsten Jahren ungenügend bleiben. Dies umso mehr, als das Reservationssystem für den Veloverlad nach wie vor unvollständig und entmutigend ist: Im 2023 und 2024 wird man nicht sehen können, welche Plätze noch frei sind, und man wird seinen Platz reservieren müssen, ohne zu wissen, in welchem Wagen der Rest der Familie oder Gruppe sein wird. Es wird auch nicht möglich sein, Reservierungen zu stornieren, was bedeutet, dass unbesetzte Plätze verloren gehen. Schliesslich befürchtet Pro Velo, dass die SBB nicht die notwendigen Schritte unternimmt, um in den Bahnhöfen genügend Veloparkplätze anzubieten und fordert, dass dafür ein entsprechendes Budget vorgesehen wird.

Für Matthias Aebischer bleibt die Situation kritisch: «Trotz den von den SBB angekündigten Verbesserungen, werden Velofahrer:innen in den nächsten Jahren in den Zügen oder in den Bahnhöfen keinen Platz für ihr Velo finden und sehr unangenehme Situationen erleben. Auch die Verbesserung des Reservationssystems wird nicht vor einigen Jahren umgesetzt werden. Dies ist enttäuschend. Die kombinierte Mobilität zwischen Bahn und Velo muss dringend gefördert und gut begleitet werden.»

Auskunft
Nationalrat Matthias Aebischer, Präsident von Pro Velo Schweiz, 079 607 17 30
Valérie Sauter, Leiterin kombinierte Mobilität Pro Velo Schweiz, 031 318 54 17