Medienmitteilung

Pro Velo lehnt E-Bike-Helmobligatorium als kontraproduktiv ab.

Bern, 8. Dezember 2020. Pro Velo Schweiz hat sich in ihrer Vernehmlassungsantwort zur SVG-Revision für mehr Sicherheit bei Elektrovelos ausgesprochen, lehnt die vorgeschlagenen Helmobligatorien aber klar ab. Für Pro Velo-Präsident Matthias Aebischer ist klar: "Wir brauchen in der Schweiz eine bessere Veloinfrastruktur und nicht eine Helmpflicht, welche die Velofahrerinnen und Velofahrer vergrämt." Pro Velo Schweiz ist überzeugt, dass die Helmpflicht bei langsamen E-Bikes die erfolgreichen Bikesharing-Angebote abrupt beenden würde."

Unfälle nehmen zu, weil mehr E-Bikes auf den Strassen verkehren
In den letzten Jahren haben die Unfälle mit Elektrovelos zugenommen. Medienberichte suggerieren, Elektrovelos seien besonders gefährlich. Das Bild täuscht. Die Unfallzahlen sind nicht im selben Mass angestiegen wie die Verkaufszahlen von E-Bikes. Die grössere Anzahl Unfälle liegt schlicht daran, dass insgesamt mehr Menschen auf dem Elektrovelo unterwegs sind und dabei erst noch längere Strecken im Vergleich zum normalen Velo zurücklegen.
Zudem verhindert das Helmobligatorium keinen einzigen Unfall.

Die Helmpflicht hält vom Velofahren ab
Es ist ein erfreulicher Trend, dass dank dem E-Bike heute mehr Menschen Velofahren. Das entlastet die Strassen und ist gut fürs Klima. Erfahrungen aus dem Ausland zeigen aber: Eine Helmpflicht schreckt ab und führt ganz direkt dazu, dass weniger Menschen Velofahren. Damit riskieren wir, einen positiven und dringend nötigen Trend hin zum Velo zu ersticken. Dies schadet schlussendlich der Volksgesundheit und läuft den Klimazielen zuwider.
Für die Bikesharing-Angebote in den Städten wäre die Helmpflicht überdies der Todesstoss.

Eine unverhältnismässige Massnahme
Heute beträgt die Tragquote bei den langsamen Elektrovelos bei den Erwachsenen 67% und bei den Jugendlichen ist sie mit 74% noch höher. Aus unserer Sicht steht der mögliche Sicherheitsgewinn durch ein Obligatorium in keinem Verhältnis zu den oben genannten Nachteilen und Risiken.

Stellungnahme Pro Velo Schweiz

Auskunft
Nationalrat Matthias Aebischer, Präsident von Pro Velo Schweiz, 079 607 17 30
Jürg Buri, Geschäftsführer Pro Velo Schweiz, 078 627 84 14

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