Elektrovelos

Der Bundesrat auf einem Elektroveloausflug (Foto Keystone)

Elektrovelos als Chance

Das Elektrovelo hat besonders in der auf weiten Teilen unebenen Schweiz das Potential, MIV- oder ÖV-Fahrten zu ersetzen. Oft ist es die schnellste Art, von einem Punkt zum anderen zu kommen. Zudem wird Velofahren sicherer, wenn mehr Velofahrende auf den Strassen unterwegs sind.


Pro Velo begrüsst daher die steigende Verbreitung dieser Fahrzeuge und vertritt die Interessen ihrer NutzerInnen, soweit Errungenschaften für die Velofahrenden, zum Beispiel im Bereich Infrastruktur, nicht in Frage gestellt werden.


Die zunehmende Popularität von Elektrovelos führt zu einem höheren Anteil von Velofahrenden, zu einer besseren und differenzierteren Infrastruktur, zu mehr Sicherheit auf der Strasse und zu mehr Gesundheit und Lebensqualität. Velos und Elektrovelos sind eine platzsparende Alternative zum überlasteten ÖV und den MIV-verstopften Strassen.


Das ganze Positionspapier von Pro Velo Schweiz zu den Elektrovelos finden Sie hier: Link (pdf)

Neue Regeln für Elektrovelos und E-Bikes

Seit dem 1. Juli 2012 (bzw. 1. Mai 2012) gelten neue Regeln für Elektrovelos und E-Bikes. Das müssen Sie wissen:

  • Alle Arten von Elektrovelos gehören zu den Motorfahrrädern. Für die "langsame" Kategorie gibt es zahlreiche Erleichterungen. Diese machen sie rechtlich gesehen fast zum "Velo".
  • Die "langsame" Kategorie heisst "Leicht-Motorfahrräder"; ihr gehören Fahrzeuge an, deren Motor nicht stärker als 500 W ist und bei 25kmh aufhört, zu unterstützen.
  • Die "schnelle" Kategorie heisst "Motorfahrräder"; ihr gehören alle anderen E-Bikes an, deren Motor nicht stärker als 1000 W ist und bei 45 kmh aufhört, zu unterstützen. (Was schneller fährt und/oder stärker ist, ist ein Motorrad.)
  • Für die langsame Kategorie gilt (Auswahl):
    - keine Nummer / keine obligatorische Haftpflichtversicherung
    - Anschiebehilfe bis 20 kmh erlaubt
    - keine Helmpflicht
    - Führerausweis M für 14-16 Jährige
    - Kinder-Veloanhänger und zwei geschützte Kinderplätze erlaubt
    - Befahren von Radwegen obligatorisch
    - Durchfahren bei Mofaverbot erlaubt
    - Befahren von Fussgängerflächen mit "Velo gestattet" erlaubt
  • Für die schnelle Kategorie gilt (Auswahl):
    - gelbe Nummer erforderlich / obligatorische Haftpflichtversicherung
    - Anschiebehilfe bis 30 kmh erlaubt
    - Helmpflicht
    - Führerausweis M (ab 14 Jahre)
    - Kinder-Veloanhänger erlaubt
    - Befahren von Radwegen obligatorisch
    - Durchfahren bei Mofaverbot mit abgestelltem Motor erlaubt
    - Befahren von Fussgängerflächen mit "Velo gestattet" mit abgestelltem Motor erlaubt
  • Geschwindigkeit und Tachometer:
    Für E-Bikes besteht keine Pflicht, einen Tacho anzubringen. Für die Höchsgeschwindigkeit gilt generell der Grundsatz, wonach die Geschwindigkeit den Umständen anzupassen ist. In einer Tempo-30-Zone gilt die Tempolimite von 30 kmh auch für Velos; wenn hier ein E-Bike-Fahrer mit Tempo 50 erwischt wird, kann er unter Umständen wegen "nicht angepasster Geschwindigkeit" gebüsst werden, auch wenn er keinen Tachometer auf seinem Fahrzeug hat. 
  • Übersichtsblatt von Pro Velo (pdf)

Zahlen und Fakten zu den Elektrovelos und E-Bikes

Elektrovelos und E-Bikes sind DER Verkaufstrend der letzten Jahre. 2015 wurden 66'000 Exemplare verkauft (Quelle: www.velosuisse.ch). Dank dem E-Bike steigen neue Benutzergruppen (wieder) aufs Velo: SeniorInnen, Pendler mit längeren Distanzen und/oder Höhendifferenzen zum Arbeitsort, Familien mit Veloanhängern. Das E-Bike ist aber auch Konkurrenz zum Zweitauto. Diese Entwicklung ist auch für die traditionell Velofahrenden von Vorteil: sie erhöht das Bewusstsein bei den Planungs- und Baubehörden für die Bedürfnisse des schnellen Veloverkehrs. 

Die schnellen, motorunterstützten Fahrzeuge haben aber auch Nachteile. Die Batterie muss aufgeladen und evtl. herumgetragen werden, die Bremsen nützen sich schneller ab und der Preis kann prohibitiv sein. Zudem fallen E-Bikes versicherungstechnisch nicht in jedem Fall in dieselbe Kategorie wie die motorlosen Velos. Pro Velo empfiehlt, sich bei der Versicherungsgesellschaft betreffend Haftpflicht und Diebstahl zu erkundigen. (Artikelempfehlung Sonntagszeitung vom 25.3.12)

Velojournal publiziert jährlich ein E-Bike-Special mit vielen Informationen zu den verschiedenen Motoren, Antrieben, Batterien und weiteren nützlichen Tipps, welche die Wahl des richtigen E-Bikes zum richtigen Zweck erleichtern (passwortgeschützt für AbonnentInnen und solche, die es werden wollen, bzw. mit Bestellformular).

Viele Gemeinden und Städte unterstützen den Kauf von E-Bikes. Wann wird auch der Kauf des traditionellen Velos subventioniert? Allen, die dank eines E-Bikes neu aufs Velo sitzen empfiehlt Pro Velo den Besuch eines Velofahrkurses.

Dokumente und Links zum Thema